Candy Bauer
| Candy Bauer | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Voller Name | Arndt „Candy“ Bauer | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Nation | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Geburtstag | 31. Juli 1986 (39 Jahre) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Geburtsort | Zschopau, | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Größe | 188 cm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Gewicht | 110 kg | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Beruf | Polizist | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Karriere | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Position | Anschieber | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Verein | LV 90 Erzgebirge BSC Sachsen Oberbärenburg | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Trainer | Gerd Leopold | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Nationalkader | seit 2013 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Status | zurückgetreten | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Karriereende | 2/2024 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Medaillenspiegel | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Platzierungen im Bob-Weltcup | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| letzte Änderung: 20. Februar 2022 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Arndt „Candy“ Bauer (* 31. Juli 1986 in Zschopau, DDR) ist ein ehemaliger deutscher Bobsportler, der als Anschieber im Viererbob aktiv war. Bauer gehörte zum Bobteam um Francesco Friedrich, ist mehrfacher Weltmeister und gewann 2018 und 2022 Olympiagold im Viererbob.
Leichtathletik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bauer spielte zunächst Fußball und wurde erst mit 15 Jahren bei einem Schulwettkampf für die Leichtathletik entdeckt[1]. Er begann seine sportliche Laufbahn als Kugelstoßer unter dem späteren Bundestrainer Sven Lang beim LV 90 Thum, für den er auch nach der Umbenennung zum LV 90 Erzgebirge aktiv war. Bei den Jugend-Weltmeisterschaften 2003 belegte Bauer den fünften Platz, bei den Jugend-Europameisterschaften 2005 erreichte er den zehnten Platz. Seine Bestleistung mit der Erwachsenen-Kugel stellte er 2011 mit 19,88 m und in der Halle 2012 mit 20,10 m auf. Bei deutschen Meisterschaften belegte er 2010 den vierten Platz, in der Halle war er 2012 Zweiter hinter David Storl. Bauer trat auch bei den Hallenweltmeisterschaften 2012 an, erreichte als 15. der Qualifikation aber nicht das Finale. Dieser Wettkampf bedeutete zugleich das Ende von Bauers leichtathletischer Karriere. Gelenkverschleiß im Ellbogen[1] aber auch die starke innerdeutsche Konkurrenz, vor allem in Form vom Olympiamedaillengewinner David Storl, an dem Bauer leistungsmäßig nie vorbei kam, bewogen Bauer nach entsprechenden Anfragen zum Umstieg auf den Bob.
Bobsport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2013 wechselte Bauer zum Bobsport, mittlerweile lebt er in Niederlauterstein.[2] Beim BSC Sachsen Oberbärenburg begann er zunächst als Anschieber bei dem auch erst 2013 zum Bobsport gewechselten Piloten Nico Walther. Mit Walther gab Bauer sein Europacupdebüt am 21. November 2013 auf der Heimbahn in Altenberg.[3] Nico Walther gewann die Europacupgesamtwertung der Saison 2013/14 im Zweierbob, woran Bauer mit sieben von acht möglichen Wettkämpfen als Anschieber maßgeblichen Anteil hatte.
Für die Saison 2014/15 wurde Bauer erstmals für den Weltcup nominiert. Während er im Zweierbob bei verschiedenen Piloten wie Nico Walther und Maximilian Arndt als Anschieber fungierte, gehört er im Viererbob zum Team um den Bobpiloten Francesco Friedrich. Nachdem dieser im Saisonverlauf neben seinem Stammpersonal um Martin Grothkopp und Thorsten Margis an der vierten Position mit Ronny Listner, Joshua Bluhm und Gregor Bermbach verschiedene Athleten im Wettkampf getestet hatte, gab Bauer am 1. Februar 2015 sein Weltcupdebüt auf der Bahn in La Plagne. Bei diesem gleichzeitig als Europameisterschaft zählenden Weltcup gewann er gleich seine erste internationale Medaille, da der Friedrich-Bob den dritten Platz hinter den Viererbobs aus Lettland und Russland erreichte. Nachträglich wurde daraus noch EM-Silber, da der Russe Alexander Kasjanow von der IBSF gesperrt wurde.
In der Saison 2015/16 hatte Bauer zunächst gegenüber Jannis Bäcker, Martin Putze oder Alexander Rödiger das Nachsehen. Erst kurz vor den Weltmeisterschaften in Igls kam er beim Weltcup in St. Moritz zum Einsatz. Bei der Bob-Weltmeisterschaft 2016 gewannen Francesco Friedrich, Candy Bauer, Gregor Bermbach und Thorsten Margis schließlich die Silbermedaille hinter dem lettischen Bob.
Erst in der Saison 2016/17 konnte sich Bauer zum Stammpersonal im Friedrich-Vierer zählen. Er nahm an allen Weltcuprennen teil und trug zum 4. Platz in der Weltcupgesamtwertung der Viererbobs bei. Während die Europameisterschaften 2017 vor allem durch einen schlechten ersten Lauf mit Rang vier eher enttäuschend verliefen, gewann Bauer bei der Bob-Weltmeisterschaft 2017 auf der Kunsteisbahn Königssee seinen ersten Weltmeistertitel. Allerdings teilten sich gleich zwei deutsche Bobs zeitgleich den ersten Platz. Das Team von Johannes Lochner konnte dabei im vierten Lauf den bis dahin führenden Bob mit Francesco Friedrich, Candy Bauer, Martin Grothkopp und Thorsten Margis noch einholen.[4]
Die Olympiasaison 2017/18 begann für Bauer erst Mitte Dezember 2017 mit der Europameisterschaft, bei der der Friedrich-Vierer Silber gewann. Bauers Leistungen trugen dazu bei, das Friedrich am Saisonende den zweiten Platz in der Weltcupgesamtwertung der Viererbobs belegte. Für die Olympischen Spiele in Pyeongchang wurde Bauer als Stammkraft im Friedrich-Vierer nominiert. Im Olympischen Viererbob-Wettbewerb siegten schließlich Friedrich, Bauer, Grothkopp und Margis mit über einer halben Sekunde Vorsprung vor den gleichauf liegenden Bobs des Koreaners Won Yun-jong und des deutschen Nico Walther. Nach dem enttäuschenden Abschneiden der deutschen Bobs bei dem Olympischen Winterspielen 2014, bei den sie medaillenlos blieben, gelang dem deutschen Bobteam mit dreimal Gold der totale Erfolg.
In der Saison 2018/19 startete Bauer in fünf von acht Weltcups und hatte wieder maßgeblichen Anteil daran, das Francesco Friedrich die Gesamtwertung im Viererbob gewann. Während es bei den Europameisterschaften 2019 in Königssee im Vierer nur Bronze reichte, konnte Bauer im kanadischen Whistler mit dem Friedrich-Bob seinen zweiten Weltmeistertitel gewinnen. Diesen Titel konnte Bauer 2020 mit dem Friedrich-Bob verteidigen. Bei den Weltmeisterschaften, die zum Saisonende auf der Heimbahn in Altenberg stattfand gewann der Friedrich-Vierer in der Besetzung Friedrich/Bauer/Grothkopp/Schüller in einem engen Wettkampf den Titel knapp vor dem Bob von Dauerrivale Johannes Lochner. Zuvor hatte Bauer an allen Viererbob-Weltcups teilgenommen und gewann mit Friedrich erneut die Viererbob-Gesamtwertung. Bei der Europameisterschaft in Winterberg musste sich der Friedrich-Bob mit der Winzigkeit von zwei Hundertsteln dem Lochner-Team geschlagen geben und gewann Silber.
In der Corona-Saison 2020/21 fanden insgesamt nur vier Weltcuprennen im Viererbob statt, bei denen Bauer an zwei Wettbewerben teilnahm. Friedrich gewann erneut die Weltcupgesamtwertung. Erstmals gelang dem Friedrich-Team mit Bauer der Gewinn der Europameisterschaft im Viererbob. Bei den Weltmeisterschaften, die erneut in Altenberg stattfanden, gewann Bauer mit dem Friedrich-Team den dritten Weltmeistertitel in Folge.
In der Olympiasaison 2021/22 kam Bauer bei der Hälfte der acht Weltcuprennen im Vierer zum Einsatz. Das Friedrich-Team dominierte den Weltcup in beeindruckender Manier, sieben von acht Rennen wurden gewonnen, was am Saisonende erneut den Gewinn in der Weltcupgesamtwertung bedeutete. Damit war der Friedrich-Vierer, für den auch Bauer nominiert wurde, bei den Olympischen Winterspielen in Peking der große Favorit für den Olympiasieg. Im Wettbewerb selbst machte aber vor allem am ersten Tag das Team von Dauerrivale Johannes Lochner dem Friedrich-Vierer das Leben schwer, er führte mit nur 3 Hundertstel Vorsprung. Erst am zweiten Wettkampftag erkämpfte sich der Friedrich-Bob in der Besetzung Friedrich/Margis/Bauer/Schüller durch zwei Laufbestzeiten den zweiten Olympiasieg.
In der Saison 2022/23 fehlte Bauer nur in einem der acht Weltcupwettbewerbe und war somit eine tragende Säule beim erneuten Gewinn der Weltcupgesamtwertung. Bei der Europameisterschaft auf der Hausbahn in Altenberg musste sich der Friedrich-Vierer überraschend dem Bob des Briten Brad Hall geschlagen geben und gewann Silber. In St. Moritz konnte der Friedrich-Vierer mit Bauer seine fünfte Weltmeisterschaft in Folge feiern.
In der letzten Saison 2023/24 wurde Bauer nochmals in fünf von acht Weltcups eingesetzt. Erneut konnte die Weltcupgesamtwertung gewonnen werden. Bei der Europameisterschaft in Igls gewann Bauer mit der Goldmedaille nochmals einen Europameistertitel. Beim vorletzten Weltcuprennen in Altenberg wurde dann bekannt, das Bauer nicht für die Weltmeisterschaften 2024 in Winterberg nominiert wurde. Daraufhin gab der 37-Jährige einige Zeit später seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt.
Privates
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bauer absolvierte nach der Schule zunächst eine Malerlehre. Nachdem er als A-Kader eingestuft wurde, war Bauer 17 Jahre als Sportsoldat bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr Frankenberg beschäftigt. Nach seinem Abschied vom Leistungssport begann er im September 2024 eine Ausbildung zum Polizeivollzugsdienst bei der sächsischen Landespolizei.[1]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2018 und 2022: Silbernes Lorbeerblatt[5]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. 2 Bände. Darmstadt 2005 publiziert über Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft. S. 50/51
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Candy Bauer in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)
- Candy Bauer in der Datenbank von World Athletics (englisch)
- Bobteam Friedrich, abgerufen am 28. Februar 2017.
- Candy Bauer in der Datenbank der International Bobsleigh & Skeleton Federation
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c
Zwischen Olympiasieg und Streifendienst in Freie Presse Zschopauer Zeitung vom 9. Dezember 2025 - ↑ Porträt beim Bobsportverband, abgerufen am 28. Februar 2017.
- ↑ Ergebnis vom Europacupdebüt am 21. November 2013 auf ibfs.org
- ↑ Lochner und Friedrich im Viererbob zeitgleich. Süddeutsche Zeitung, 26. Februar 2017, abgerufen am 27. August 2020.
- ↑ Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes. In: bundespraesident.de. Bundespräsidialamt, abgerufen am 30. Mai 2022.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bauer, Candy |
| ALTERNATIVNAMEN | Bauer, Arndt (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Bobfahrer |
| GEBURTSDATUM | 31. Juli 1986 |
| GEBURTSORT | Zschopau, DDR |
- Kugelstoßer (Deutschland)
- Bobfahrer (Deutschland)
- Olympiasieger (Bob)
- Bobweltmeister
- Europameister (Bobsport)
- Olympiateilnehmer (Deutschland)
- Sportsoldat (Bundeswehr)
- Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2018
- Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2022
- Person (Marienberg)
- Träger des Silbernen Lorbeerblattes
- DDR-Bürger
- Deutscher
- Geboren 1986
- Mann
- Polizist (Sachsen)