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Channel Express

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Channel Express
Boeing 737-300 der Channel Express
IATA-Code: LS
ICAO-Code: EXS
Rufzeichen: CHANNEX
Gründung: 1978
Betrieb eingestellt: 2006
Fusioniert mit: Jet2.com
Sitz: Bournemouth, Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
Heimatflughafen: Bournemouth-Hurn
Flottenstärke: (keine Angabe)
Ziele: national und international
Channel Express ist 2006 mit Jet2.com fusioniert. Die kursiv gesetzten Angaben beziehen sich auf den letzten Stand vor der Übernahme.

Channel Express war eine britische Fluggesellschaft mit Sitz in Bournemouth-Hurn.

Die Fluggesellschaft wurde im Januar 1978 gegründet. Unter dem Namen Express Air Services flog sie täglich zu den Kanalinseln. Erst nach Vertragsabschlüssen mit Royal Mail wurde der Name der Airline 1983 in Channel Express geändert.

Zwischenzeitlich ist das Unternehmen vollständig in die britische Fluggesellschaft Jet2.com eingegangen, bis 2006 flogen allerdings noch Maschinen mit der alten Bemalung.

Fokker F-27 der Channel Express, 2005

Channel Express führte Linienflüge zwischen Bournemouth und den Kanalinseln wie auch Frachtflüge durch. Ebenso betätigte sie sich im Charterdienst.

Channel Express betrieb u. a. folgende Flugzeugtypen:[1]

Handley Page Herald der Channel Express, baugleich mit der im April 1997 verunglückten Maschine

Von 1978 bis zur Betriebsübernahme 2006 kam es bei Channel Express zu drei Totalschäden von Flugzeugen. Bei einem davon kamen zwei Menschen ums Leben.[2] Beispiele:

  • Am 8. April 1997 kollidierte eine Handley Page Herald 214 der Channel Express (Luftfahrzeugkennzeichen G-ASVO) beim Rollen auf dem Flughafen Bournemouth (Vereinigtes Königreich) mit einem Beleuchtungsmast. Die rechte Tragfläche wurde dabei massiv beschädigt. Das Flugzeug wurde als irreparabel eingestuft und verschrottet. Personen kamen nicht zu Schaden. Es war der letzte Unfall mit einer Handley Page Herald, bevor der Typ am 9. April 1999 außer Betrieb genommen wurde.[3]
  • Am 1. März 1999 wurde eine vom Flughafen Köln/Bonn über den Flughafen Dublin kommende Lockheed L-188AF Electra der US-amerikanischen Renown Aviation, vermietet an die britische Channel Express (N285F) bei der Landung auf dem Flughafen Shannon (Irland) irreparabel beschädigt. Die Besatzung führte die Kontrollen vor der Landung nicht durch. Über der Landebahnschwelle ertönte der Warnsignalton für das Fahrwerk; fünf Sekunden später hörte die Besatzung ein kratzendes Geräusch und spürte starke Vibrationen im Flugzeug. Als der Kapitän bemerkte, dass das Fahrwerk nicht ausgefahren war, ordnete er einen Durchstartvorgang an. Während des Steigflugs fielen der Propeller und ein Teil des Triebwerks Nr. 3 (rechts innen) zu Boden. Die Stromversorgung fiel aus, und die einzigen funktionsfähigen Fluginstrumente waren der künstliche Horizont und der Magnetkompass. Es war extrem schwierig, das übermäßige Gieren über die Ruderpedale zu kontrollieren. Nur durch weitere Betätigungen der Gashebel und das Umstellen des Triebwerks Nr. 4 in die Segelstellung konnte eine ausreichende Richtungssteuerung wiederhergestellt werden. Das Flugzeug flog nun nur noch mit dem voll funktionsfähigen Triebwerk Nr. 1, während das Triebwerk Nr. 2 nur noch die halbe Leistung erbrachte und starke Vibrationen verursachte. Die Landung des schwer beschädigten Flugzeugs verlief erfolgreich. Alle 6 Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen auf dem Frachtflug, überlebten.[4]
Commons: Channel Express – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. jp airline fleets international
  2. Unfallstatistik Channel Express, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 10. März 2021.
  3. Flugunfalldaten und -bericht HP Herald G-ASVO im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 10. März 2021.
  4. Unfallbericht L.188 N285F, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 8. Januar 2026.