EHC Chur
| EHC Chur | |
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| Grösste Erfolge | |
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| Vereinsinformationen | |
| Geschichte | EHC Chur (1933–2008) EHC Chur Capricorns (2008–2015) EHC Chur (seit 2015) |
| Standort | Chur, Kanton Graubünden, Schweiz |
| Vereinsfarben | Schwarz, Weiss und Rot |
| Liga | Sky Swiss League |
| Spielstätte | Thomas Domenig Stadion |
| Kapazität | 6'500 (limitiert auf 3'000 durch die Stadt Chur) Plätze |
| Geschäftsführer | Carmine di Nardo (VR-Präsident) |
| Cheftrainer | Reto und Jan von Arx[1] |
| Saison 2024/25 | 6. Platz Playoff-Viertelfinal |
Der Verein EHC Chur ist ein Schweizer Eishockeyclub aus Chur im Kanton Graubünden, der ab der Saison 2024/25 in der Swiss League spielt. Der EHC Chur spielte bis 2002 einige Jahre mit Ab- und Aufstiegen in der Nationalliga, anschliessend bis 2008 in der National League B (heutige Swiss League) und war bis 2024 in der Regio League vertreten. Heimstätte ist das Thomas Domenig Stadion in Chur (ehemals Hallenstadion Chur) auf der Oberen Au mit einer Zuschauerkapazität von 6'500, wobei diese von der Stadt Chur auf aktuell 3'000 limitiert wurde (Stand 2022).
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der EHC Chur wurde 1933 gegründet. 2000 spaltete sich die EHC Chur Sport AG vom Verein ab und übernahm den Spielbetrieb der 1. Mannschaft in der Nationalliga. Der Verein taufte sich in EHC Chur Capricorns um und war ausschliesslich für die Juniorenmannschaften zuständig. Nach zwei Jahren in der Nationalliga A stieg der EHC im Jahr 2002 in die zweitklassige Nationalliga B ab. In jenem Frühjahr wurde ihm wegen finanzieller Probleme von der Nationalliga die Lizenz verweigert, was den Zwangsabstieg in die 1. Liga nach sich zog.
Bereits in der ersten Saison konnten die Churer den Gewinn des Schweizer Amateurmeistertitels feiern und erreichten damit den direkten Wiederaufstieg in die Nationalliga B. Nach der Rückkehr in die Nationalliga B blies dem Stadtklub aber sowohl in sportlicher als auch finanzieller Hinsicht ein eisiger Wind entgegen. 2006 eröffneten Fans des Clubs die ehrenamtlich geführte Schmalspur-Bar in der Churer Innenstadt. Die Erträge der Bar kommen den Nachwuchsabteilungen des EHC Chur zugute. Trotz den zusätzlichen finanziellen Mitteln zog sich der Verein 2008 freiwillig in den Amateurbereich zurück und die EHC Chur Sport AG musste Konkurs anmelden. Seitdem war der Verein EHC Chur Capricorns für alle Mannschaften und den Spielbetrieb verantwortlich.
Abstieg in die Regionalliga
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach nur einer Saison in der 1. Liga folgte in der Saison 2008/09 der nächste Rückschlag für den Verein: Die 1. Mannschaft stieg in die 2. Liga ab. Während zwei Saisons musste der EHC Chur in der provinziellen Liga spielen, wo unter anderem Freiluftspiele zum Alltag gehören. Der Verein konnte die zweijährige Abstinenz von der höchsten Amateurliga verkraften und stieg am 22. März 2011 wieder in die 1. Liga auf. Damals bezwang der EHC Chur im 2.-Liga-Playoff-Finalserie zu Hause vor 1'625 Zuschauern den EHC Seewen mit 4:3 Spielen.
Nach dem Wiederaufstieg konnte sich der EHC Chur stets für die Play-offs qualifizieren. Man scheiterte in den ersten drei Jahren jeweils im Viertelfinal (2 × gegen Winterthur, 1 × gegen Chiasso). Vor der Saison 2014/15 stand der Verein kurz vor dem Bankrott. Dieser konnte abgewendet werden, nachdem sich frische Kräfte rund um den neugewählten Vorstandsdelegierten Urs Knuchel aufbäumten und das Schiff wieder auf Kurs bringen konnten. Nach diesen Unruhen folgte sportlich die beste Saison seit dem freiwilligen Abstieg aus der National League B. Nach Rang 3 in der Qualifikation/Masterround wurden der Play-off-Viertelfinal sowie auch der Halbfinal ohne Niederlage für sich entschieden. Der EHC Chur wurde erst im Final vom Schweizer Amateurmeister EHC Winterthur gestoppt.
Des Weiteren qualifizierte sich der EHC Chur nach Siegen gegen Winterthur und die Pikes Oberthurgau für den Swiss Ice Hockey Cup 2015/16. Im 1/16-Final traf der EHC Chur im heimischen Hallenstadion auf den Vize-Meister 2015 der National League A, die ZSC Lions. Das Spiel endete vor 5'026 Zuschauern mit 2:9 für die ZSC Lions. Am 17. Juni 2015 wurde an der ordentlichen Generalversammlung eine Statutenänderung vollzogen; der Verein tritt nach aussen wieder als «EHC Chur» auf; der Name «Capricorns» fiel weg.
Erfolge in der neuen MyHockey League
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit der Saison 2017/18 spielte der EHC Chur in der neu gegründeten MyHockey League als neue dritte Hierarchiestufe nach der National League und der Swiss League. Im Dezember 2017 erhielt das Churer Hallenstadion den Namen Thomas Domenig Stadion.[2] In der Premierensaison konnte der Ligaerhalt punktemässig klar gesichert werden, die Playoffs waren hingegen ausser Reichweite. In der Saison 2018/19 spielte der EHC Chur von Beginn an am Ende der Tabelle und musste bis zum Schluss um den Ligaerhalt kämpfen. Erst im letzten Spiel gegen den EHC Seewen konnte durch einen Overtime-Treffer von Lukas Sieber der Ligaerhalt gesichert werden - dank der bessere Tordifferenz aus den Direktbegegnungen gegenüber Star Forward Morges.
Die Saison 2019/20 war im Gegensatz zu den zwei vorhergehenden Spielzeiten deutlich erfolgreicher. Das Team konnte sich auf Anhieb im ausgeglichenen Mittelfeld festsetzen und qualifizierte sich mit dem vierten Rang für die Playoffs. Im Viertelfinale unterlag der EHC Chur dem SC Lyss mit 0:3 Spielen. Zudem konnte in dieser Saison die durchschnittliche Zuschauerzahl auf 900 Zuschauer pro Spiel gesteigert werden (Zuschauerschnitt 2018/19: 521), unter anderem durch zwei Kantonalderbies gegen den EHC Arosa. Das zweite dieser Derbies war mit 2'800 Zuschauern ausverkauft[3]; dies war gleichzeitig auch das bestbesuchte Spiel der MySports League in der Saison 2019/2020.
Die Saison 2020/21 war durch die COVID-19-Pandemie in der Schweiz geprägt und wurde nach längerem Ruhen des Meisterschaftsbetriebes am 13. Januar 2021 endgültig abgebrochen.[4] In der Saison 2021/22 konnte sich der EHC Chur nicht für die Playoffs qualifizieren. Eine deutliche Aufwärtstendenz zeigte sich jedoch in der Saison 2022/23, in der die Churer die Qualifikation auf dem zweiten Rang beendeten. Im Viertelfinale konnte der Club die starke Qualifikation jedoch nicht bestätigen und scheiterte mit 1:3 Spielen an Hockey Huttwil. Auf der Vereinsebene übergab Christian Aliesch im Sommer 2023 das Vereinspräsidium an Carmine di Nardo.[5] Zudem wurde im Hinblick auf den angestrebten Wiedereinstieg in den Profisport eine neue Aktiengesellschaft (EHC Chur AG) gegründet.[6]
In der Saison 2023/24 wurde der EHC Chur Qualifikationssieger und sicherte sich nach Siegen gegen den SC Langenthal im Viertelfinale (3:1), den EHC Thun im Halbfinale (3:0) und den EHC Seewen im Finale (3:2) den MyHockey-League-Meistertitel. Mit diesem Erfolg erreichte der EHC Chur auch den Aufstieg in die Swiss League und die Rückkehr in den Profisport.[7]
Rückkehr in den Profisport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vor der Saison 2024/25 kommunizierte der EHC Chur, dass er im Profisport mehrheitlich junge Talente fördern und mehrheitlich auf Import-Spieler verzichten möchte. Die Churer erlebten einen schwierigen Saisonstart und wurden nach 6 Partien mit lediglich 5 Punkten auf Rang 9 klassiert. Nach einer Angewöhnugnsphase an die neuen Umstände im Profibereich verbesserte sich der Verein und mutierte für viele Konkurrenten sogar zum Angstgegner. Im Verlauf der Saison resultierte gegen jedes Team mindestens einen Sieg. Die Partnerschaft mit dem National-League-Verein SCL Tigers sorgte für weitere Fortschritte.
Die Churer beendeten die Qualifikation auf dem sechsten Rang ab und qualifizierten sich damit für das Viertelfinale. Dort trafen sie auf den HC Thurgau und verloren die Serie mit 0:4 Spielen. Eine bemerkenswerte Leistung zeigten sind in dieser Saison die Topscorer Jannik Canova (36 Scorerpunkte) und Simon Marha (35 Scorerpunkte) sowie der Verteidiger Fabian Eggenberger (18 Scorerpunkte).
Bekannte ehemalige Spieler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ken Baumgartner
- Steve Brulé
- Kurt Schadegg
- Renato Tosio
- Thomas Vrabec
- Harijs Vītoliņš
- Marco Bührer
- Tobias Stephan
- Marco Bayer
- Guido Lindemann
- Pietro Cunti
- Lorenzo Schmid
- Konstantin Harter
- Roger Rieder
- Patrick Krüger
- Nino Niederreiter
- Robert Caderas
- Paul DiPietro
- Mika Strömberg
- Leonīds Tambijevs
- Leandro Profico
- Mauro Jörg
- Edgar Salis
- Dino Kessler
- Claudio Micheli
- Theo Wittmann
- Enzo Corvi
- Bill Gilligan
- Roberto Lavoie
- Morris Lukowich
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Angelo Rocchinotti: Reto und Jan von Arx über ihren Wechsel zum EHC Chur. In: Blick.ch. 29. September 2021, abgerufen am 22. November 2021.
- ↑ Lang lebe das «Thomas Domenig Stadion». In: Südostschweiz. 6. September 2017, abgerufen am 2. Juli 2020.
- ↑ News – EHC Arosa. In: ehcarosa.ch. 28. Dezember 2019, abgerufen am 7. Juli 2020.
- ↑ News Regio League. Swiss Ice Hockey Federation, abgerufen am 4. Mai 2021.
- ↑ Wechsel im Präsidium des EHC Chur. In: EHC Chur. 9. August 2023, abgerufen am 9. Januar 2026.
- ↑ Der EHC Chur strukturiert sich um, um ein klares Ziel zu verfolgen. In: sport.ch. 22. Juni 2022, abgerufen am 9. Januar 2026.
- ↑ Medienmitteilung zum Aufstieg – EHC Chur. EHC Chur, 3. März 2024, abgerufen am 6. März 2024.