Zum Inhalt springen

Helbra

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wappen Deutschlandkarte
Helbra
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Helbra hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 33′ N, 11° 29′ OKoordinaten: 51° 33′ N, 11° 29′ O
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Mansfeld-Südharz
Verbandsgemeinde: Mansfelder Grund-Helbra
Höhe: 236 m ü. NHN
Fläche: 9,27 km²
Einwohner: 3687 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 398 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06311
Vorwahl: 034772
Kfz-Kennzeichen: MSH, EIL, HET, ML, SGH
Gemeindeschlüssel: 15 0 87 205
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
An der Hütte 1
06311 Helbra
Website: www.verwaltungsamt-helbra.de
Bürgermeister: Gerd Wyszkowski (CDU)
Lage der Gemeinde Helbra im Landkreis Mansfeld-Südharz
KarteSalzlandkreisLandkreis HarzSaalekreisThüringenSachsen-AnhaltGerbstedtAllstedtSeegebiet Mansfelder LandSüdharzAhlsdorfBenndorfBlankenheimBornstedtHelbraHergisdorfKlostermansfeldWimmelburgLutherstadt EislebenHettstedtMansfeldSangerhausenSangerhausenBerga (Kyffhäuser)Brücken-HackpfüffelEderslebenKelbraWallhausenArnstein
Karte
Luftaufnahme von Helbra (2018)
Ortsansicht
Siedlung Lehbreite

Helbra ist eine Gemeinde im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Die Gemeinde ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra.

Helbra liegt etwa sieben Kilometer nordwestlich von Lutherstadt Eisleben sowie etwa sechs Kilometer südöstlich von Mansfeld.

Helbra ist mit seinen 9,26 km² eine relativ kleine Gemeinde, durch diese geringe Größe und die größere Ausdehnung der Ortschaft Helbra hat sie einen mittelhohen Verstädterungsgrad. Den weitaus größten Anteil an der Fläche der Gemeinde haben Äcker und Felder, gefolgt vom Anteil der Siedlungsfläche. Ein weiterer entsprechender Anteil wird von Waldfläche bedeckt. Die genauen Zahlen können in der Tabelle unten abgelesen werden. Der Anteil der Wasserfläche ist gering, da es außer ein paar Rinnsalen, die nicht mitgezählt wurden, nur ein kleines Gewässer gibt.

Fläche
nach Nutzungsart
Gesamtfläche
in ha
Anteil an der
Fläche der Gemeinde
Siedlungsfläche 316,9 34,5 %
Wald und Wiesenfläche 106,3 11,6 %
Äcker und Felder 502,8 52,6 %
Wasserfläche 6,3 0,7 %

Quelle: geoportal.de, die Informationen sind frei nachmessbar.[2]

Nachbargemeinden

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Klostermansfeld und Benndorf im Norden, die Lutherstadt Eisleben im Osten, Hergisdorf im Süden und Ahlsdorf im Westen.

1155 wurde die Gemeinde erstmals urkundlich erwähnt.

Volksetymologisch wird die Namensgebung mit der Lage zwischen Mansfeld und Eisleben erklärt. An der Stelle hatte man die halbe Strecke geschafft und auch den Anstieg von Eisleben durch die Diebeskammer. Man war seinem Ziel also halb ran, in Mansfelder Mundart „helb ra“. So entstand der Ortsname, der Ort selbst heißt heute in Mansfelder Mundart „Hälwer“.

Helbras Geschichte der letzten 150 Jahre war sehr von Industrialisierung geprägt (Hüttenwerk, Kupferschieferbergbau, Bergwerksbahn). Davon ist heute kaum noch etwas zu sehen; nur Kenner der Geschichte können die Spuren erklären. Die regionale Fachliteratur zu diesem Thema ist aufschlussreich.

Nach Beendigung und Verlagerung in Richtung Sangerhausen ist die Industrie stark rückläufig. Der größte Betrieb war die August-Bebel-Hütte, die größte und letzte Kupferrohhütte der DDR (vermutlich auch Deutschlands). Hier wurde das Erz der Mansfelder Schächte[3], das meist gerade 1,5 % Kupfer enthielt, in Kupferrohstein (ca. 60 % Kupfer) verarbeitet. Dieser wurde dann in Hettstedt (ehemalig Kupfer-Silber-Hütte) zu reinstem Kupfer weiterverarbeitet. Mit der Wende 1990 wurde die Hütte geschlossen. Ein Wahrzeichen von Helbra, der Lange Heinrich (der 120 m hohe Schornstein), wurde auch gesprengt.

Zwischen Eisleben und Hettstedt verlief bis 1922 eine Straßenbahnlinie, die sogenannte Gewerkschaftsbahn. Die flache Verbindung über die Grunddörfer erlaubte diese Strecke. Aus Gründen hoher Instandhaltungskosten wurde diese Verbindung 1922 eingestellt. Heute erinnern nur noch die Bahndämme zwischen Ziegelrode und Helbra sowie zwischen Helbra und Klostermansfeld (Sommerweg) an diese Straßenbahntrasse. Die einzige erhaltene Brücke ist im Bereich des Neptun-Bades in Helbra (Durchfahrt zur Tankstelle) erhalten.

Von 1952 bis 1994 lag Helbra im Kreis Eisleben (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Halle, dann im Land Sachsen-Anhalt). Nach der Kreisreform 1994 gehörte die Gemeinde zum Landkreis Mansfelder Land, seit der Kreisreform 2007 ist sie Teil des Landkreises Mansfeld-Südharz.

Ehemaliges Gemeindeamt

Der Gemeinderat von Helbra besteht aus 16 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 62,2 % zu folgendem Ergebnis:[4]

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil
2019[5]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
CDU 17,2 % 3 40,2 % 6
AfD 24,4 % 4 32,6 % 5
Die Linke 15,4 % 2 09,0 % 2
Freie Wählergemeinschaft Helbra 25,5 % 4 08,5 % 1
Freiwillige Feuerwehr Helbra 05,1 % 1
SPD 10,9 % 2 04,6 % 1
Einzelbewerber Heribert Klein 05,4 % 1
Freie Bürger Mitteldeutschland 01,3 %
Insgesamt 100 % 16 100 % 16
  • 1994–2022: Alfred Böttge[6]
  • seit 2022: Gerd Wyszkowski (CDU)

Böttge wurde bei der Bürgermeisterwahl am 19. April 2015 mit 55,6 % der gültigen Stimmen erneut in seinem Amt bestätigt.[7]

Wyszkowski wurde bei der Bürgermeisterwahl am 6. Februar 2022 mit 63,8 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.[8] Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.[9]

Das Wappen wurde am 22. Juli 1993 durch das Regierungspräsidium Halle genehmigt.

Wappen von Helbra
Wappen von Helbra
Blasonierung: „In Silber, auf schwarzem Boden, drei grüne Linden mit schwarzem Stamm, wobei die mittlere Linde die seitlichen teilweise bedeckt.“

Die Flagge der Gemeinde Helbra zeigt die Farben Grün - Silber (Weiß).

Städtepartnerschaften

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Kirche St. Stephanus
Kirche St. Barbara
Jugendstilvilla

Sehenswürdigkeiten und Kultur

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Evangelische St.-Stephanus-Kirche mit einem 1000 Jahre alten Turm und einer bemerkenswerten inneren Eingangstür, die nicht mit der Säge zugeschnitten, sondern gebeilt ist
  • Evangelisches Pfarrhaus
  • Katholische St.-Barbara-Kirche
  • Reste von Bergwerksanlagen, wie der Schmid-Schacht
  • Bad Anna und Neptunbad

Regelmäßige Veranstaltungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Blasmusikfest des Mansfelder Landes alle zwei Jahre am letzten Juniwochenende
  • Sommerfest auf Bad Anna in den Jahren dazwische
  • Zur Bundesstraße 180, die Eisleben und Hettstedt verbindet, sind es in östlicher Richtung vier km.
  • Helbra liegt an der Bahnstrecke Berlin–Blankenheim. Von hier aus fuhren bis Mitte 2012 Züge über die Wipperliese nach Wippra; seit Mitte 2012 fahren die Züge allerdings nur noch zwischen Klostermansfeld und Wippra. In Helbra halten somit keine Personenzüge mehr.
  • Helbra lag an der Mansfelder Bergwerksbahn, die Strecke von der Station Bocksthal ist nur noch teilweise erhalten, obwohl größtenteils die Streckenführung noch erkennbar ist. Am Ortseingang wurde ein Supermarkt direkt auf die Strecke gebaut, was eine mögliche Führung der Museumsbahn zum Schmid-Schacht verhindert.

Persönlichkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten mit Bezug zu Helbra

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Commons: Helbra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2024 (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. Karten. Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, abgerufen am 8. Mai 2019.
  3. private Website des Metallhütten-Ingenieurs Rolf Rische (und Karl-Heinz Sommereisen †)
  4. Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
  5. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  6. Alfred Böttge brauchte oft einen langen Atem. In: Volksstimme. 1. Juli 2022, abgerufen am 25. September 2025.
  7. Wahl im Mansfelder Grund: Böttge schafft in Helbra erneut den Sieg. In: Volksstimme. 19. April 2015, abgerufen am 25. September 2025.
  8. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 6. Februar 2022
  9. Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61