Open Bible Churches
Die Open Bible Churches (OBC), vormals bekannt als Open Bible Standard Churches (OBSC), sind ein internationaler Verband pfingstkirchlich orientierter Freikirchen mit Sitz in Des Moines, Iowa. Die OBC gehören zur Strömung der sogenannten Finished Work Pentecostals.
Lehre und Organisation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Glaubensinhalte und Praktiken der OBC weisen starke Parallelen zu den Assemblies of God auf. Zentrales Element ist der Glaube an die gegenwärtige Wirksamkeit der Gaben des Heiligen Geistes, wobei das Sprechen in Zungen als eines der äußeren Anzeichen für die Erfüllung mit dem Heiligen Geist angesehen wird.
Die Organisation ist kongregationalistisch strukturiert: In der Regel sind die einzelnen Kirchengemeinden Eigentümer ihrer Immobilien und für die Berufung ihrer Pastoren selbst verantwortlich.
Verbindungen und Bildungseinrichtungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die OBC sind Mitglied in der National Association of Evangelicals sowie in der Vereinigung Pentecostal/Charismatic Churches of North America. Der Verband unterhält beziehungsweise ist verbunden mit mehreren Bildungseinrichtungen:
- New Hope Christian College (Eugene, Oregon)[1]
- INSTE Bible College (Ankeny, Iowa)[2]
- Harvest Bible College (Des Moines, Iowa)
- Toledo School of Ministry (Toledo, Ohio)
Als offizielles Publikationsorgan fungiert die Zeitschrift Message of the Open Bible.
Mitgliederentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weltweit geben die Open Bible Churches eine Mitgliederzahl von über 150.000 an.[3] In den Vereinigten Staaten ist seit Mitte der 2000er Jahre ein Rückgang der Mitgliederzahlen zu verzeichnen[4]:
| Jahr | Mitglieder (USA) | Anzahl der Gemeinden (USA) |
| 2006 | 40.000 | 330 |
| 2010 | 22.659 | 261 |
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ursprünge der Open Bible Churches (OBSC) liegen in zwei kleineren Pfingstbewegungen, die beide auf das Azusa Street Revival zurückgehen: der Bible Standard Conference (gegründet 1919 in Eugene, Oregon) und der Open Bible Evangelistic Association (gegründet 1932 in Des Moines, Iowa). Aufgrund ihrer Ähnlichkeiten in Lehre und Struktur schlossen sich beide Gruppen im Jahr 1935 zusammen.[5]
Bible Standard Conference
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bible Standard Conference entstand 1919, nachdem Fred Hornshuh und weitere Geistliche aus der von Florence L. Crawford geleiteten Apostolic Faith Mission (AFM) ausgetreten waren.[6] Als Gründe für die Trennung galten Differenzen über die isolationistische Haltung der AFM gegenüber anderen pfingstkirchlichen Gruppen, der zentralisierte und autoritäre Führungsstil sowie die strikte Ablehnung von Scheidung und Wiederverheiratung.[7]
Open Bible Evangelistic Association
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Open Bible Evangelistic Association wurde 1932 von 32 Geistlichen unter der Leitung von John R. und Louise H. Richey gegründet, die sich von der International Church of the Foursquare Gospel trennten.[7] Wesentliche Gründe für diesen Schritt waren:
- Eigentumsfragen: Die Weigerung der Geistlichen, lokales Kircheneigentum an die Leitung der Foursquare-Denomination zu übertragen.
- Leitungsfragen: Bedenken hinsichtlich der Wiederverheiratung der geschiedenen Kirchengründerin Aimee Semple McPherson.[8]
Zusammenschluss und Entwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beide Gruppen teilten das Ideal der Gemeindeautonomie und lehnten autoritäre Führungsstrukturen sowie den zentralen Besitz von Kirchengütern ab. Seit 1996 tritt die Organisation öffentlich unter dem Namen Open Bible Churches auf.[8]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Mitchell, Robert Bryant: Heritage & Horizons - The History of Open Bible Standard Churches. Open Bible, 1982 ISBN 9780960816019
- Mitchell, R. Bryant. Heritage and Harvests. – The history of Open Bible's involvement in international missions.
- Jeff Farmer & Andrea Johnson. "Heart for the Harvest". - "History of Open Bible Churches 1982-2007"
- Grant H. Moore, Wilma M. Moore: On the Wings of a Dove: An African Missionary Saga. 2006. 552 S. ISBN 978-1593303495
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ New Hope Christian College. (englisch).
- ↑ INSTE Bible College. Archiviert vom am 27. Februar 2014; abgerufen am 23. Februar 2014 (englisch).
- ↑ US Religion Census - 2010. (englisch).
- ↑ 2008 Yearbook of American & Canadian Churches. The National Council of Churches, archiviert vom am 22. Dezember 2012; abgerufen am 16. Dezember 2009 (englisch).
- ↑ Open Bible Churches: About Open Bible. Archiviert vom am 22. Dezember 2011; abgerufen am 28. Dezember 2011 (englisch).
- ↑ Estrelda Alexander: The Women of Azusa Street. Pilgrim Press, 2005, ISBN 978-0-8298-1685-3 (englisch, 207 S.).
- ↑ a b Robert Bryant Mitchell: Heritage & Horizons. The History of Open Bible Standard Churches. Open Bible, 1982, ISBN 978-0-9608160-0-2 (englisch, 414 S.).
- ↑ a b David Cole: The Future of Pentecostalism in the United States. Lexington Books, New York 2007, ISBN 978-0-7391-2102-3, Heritage and Horizons: The Derivation and Destiny of Open Bible Churches, S. 157–158, 171 (englisch).