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TT55

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
TT55
Grabmal von Ramose
Ort Scheich Abd el-Qurna
Entdeckungsdatum 1879
Ausgrabung 1924[1]
Vorheriges
TT54
Folgendes
TT56
Klageweiber
Blick in die Vorhalle der Grabkapelle

TT55 (engl. Theban Tomb 55 = Thebanisches Grab Nr. 55) ist die moderne Bezeichnung der Grabanlage des Wesirs Ramose (in Scheich Abd el-Qurna, Theben-West), der unter dem altägyptischen Herrscher Amenophis III. (um 1388 bis um 1351 v. Chr.) und Echnaton amtierte.

Die unfertige Grabanlage umfasst einen Vorhof, eine Säulenhalle, eine Querhalle und einen Naos. Die Säulenhalle ist mit Malereien und Reliefs dekoriert, die zu den besten der altägyptischen Kunst gehören und gleichzeitig historisch von Bedeutung sind.

Der Eingang zur Anlage hatte einst einen dekorierten Türrahmen, der Titel und Namen des Ramose trug. Davon ist heute nicht mehr viel erhalten.[2] Im Eingang befinden sich jeweils große Darstellungen des Ramose.[3] Von dort gelangt man in eine große Halle, die von Säulen gestützt ist. Die Eingangswand ist mit Reliefs dekoriert und zeigt in mehreren Registern Familienmitglieder, aber auch andere hohe Beamte im Umfeld des Ramose. Auf derselben Wand, aber rechts vom Eingang, finden sich rituelle Szenen. Hier sieht man eine Statue des Ramose, wie sie mit Wasser gereinigt wird.[4] Auf der linken (West-)Seite befinden sich Malereien. Hier ist der Totenzug des Ramose mit Klageweibern dargestellt.

Auf der Rückwand des Saales sieht man zweimal König Echnaton (jeweils noch als Amenophis bezeichnet) in Relief dargestellt. Einmal thront er unter einem Baldachin und die Göttin Maat sitzt hinter ihm. Die Szene ist im konventionellen altägyptischen Stil gehalten.[5] Auf derselben Wand sieht man Echnaton mit seiner Gemahlin Nofretete am Erscheinungsfenster. Vor ihnen steht Ramose, der vom König mit Geschenken belohnt wird.[6] Neben Ramose und vor dem Herrscherpaar sind weitere Figuren zu sehen, die nur in Umrissen aufgemalt sind. Die Dekoration des Grabes ist also unfertig. Die folgende Querhalle und der Naos sind undekoriert. Nur am Eingang zu diesem Teil der Anlage befinden sich Hymnen an der Wand.

Die Figuren des Echnaton und der Nofretete am Erscheinungsfenster sind ausgehackt. Die Umrisse zeigen deutlich, dass sie schon im Amarnastil angefertigt wurden. Die Namen des Herrschers sind aber noch die alten, die er trug, bevor er seinen Namen um das Jahr 5 zu Echnaton änderte.[7]

  • Norman de Garis Davies: The Tomb of the Vizier Ramose. Egypt Exploration Society, London 1941 (Digitalisat).
  • Bertha Porter, Rosalind L. B. Moss, Ethel W. Burney: Topographical Bibliography of Ancient Egyptian Hieroglyphic Texts, Reliefs, and Paintings. Volume I: The Theban Necropolis. Part 1: Private Tombs. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Griffith Institute / Ashmolean Museum, Oxford 1970, OCLC 179723649, S. 105–111, Grabgrundriss S. 106, Karte V, VI (Volltext als PDF; 22,8 MB); abgerufen über The Digital Topographical Bibliography.
Commons: Grab des Ramose – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Norman de Garis Davies: The Tomb of the Vizier Ramose. London 1941, S. 6.
  2. Norman de Garis Davies: The Tomb of the Vizier Ramose. London 1941, Tafel III.
  3. Norman de Garis Davies: The Tomb of the Vizier Ramose. London 1941, Tafel IV, V.
  4. Norman de Garis Davies: The Tomb of the Vizier Ramose. London 1941, Tafel XXI.
  5. Norman de Garis Davies: The Tomb of the Vizier Ramose. London 1941, Tafel XXIX.
  6. Norman de Garis Davies: The Tomb of the Vizier Ramose. London 1941, Tafel XXXIII–XXXIV.
  7. Arielle P. Kozloff, Betsy M. Bryan, Lawrence M. Berman: Egypt’s Dazzling Sun, Amenhotep III and his World. Cleveland Museum of Art, Cleveland 1992, ISBN 0-940717-17-4, S. 49–50.